Warum Haare mit Follicusan länger zum Trocknen brauchen

Viele Kundinnen bemerken es nach einigen Wochen mit den ONNI Produkten: Das Haar braucht nach dem Waschen spürbar länger, bis es trocken ist. Das irritiert zunächst. Tatsächlich ist es eine der ersten sichtbaren Rückmeldungen darauf, dass sich am Haar etwas verändert hat, und zwar in die richtige Richtung.
Warum gesundes Haar Wasser festhält
Ein einzelnes Haar besteht im Kern aus der Faserschicht, dem Cortex, in dem die Keratinstränge liegen. Darum herum liegt die Schuppenschicht, die Cuticula: dachziegelartig übereinander geschichtete Zellen, die den Kern schützen. Gesundes Haar kann rund ein Drittel seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen, ein Teil davon wird im Cortex regelrecht eingelagert.
Die Schuppenschicht entscheidet darüber, wie schnell dieses Wasser wieder verschwindet. Liegt sie flach an, ist der Weg nach draußen lang. Steht sie ab, weil das Haar durch Hitze, Färbung oder Reibung strapaziert ist, verdunstet das Wasser rasch. Genau deshalb fühlt sich sehr geschädigtes Haar oft überraschend schnell trocken an.
Poröses Haar
Offene Schuppenschicht. Nimmt Wasser schnell auf, gibt es genauso schnell wieder ab. Kurze Trockenzeit, aber wenig Elastizität und Glanz.
Gesundes Haar
Geschlossene Schuppenschicht. Bindet Feuchtigkeit im Inneren und gibt sie langsam ab. Längere Trockenzeit, dafür geschmeidig und belastbar.
Dichteres Haar
Mehr Haare auf derselben Fläche bedeuten schlicht mehr Gesamtmasse, die Wasser hält. Auch das verlängert die Trockenzeit.
Was Follicusan im Haar verändert
Follicusan ist ein Wirkstoffkomplex auf Milchproteinbasis, der an der Haarwurzel ansetzt, genauer an der dermalen Papille, dem Versorgungszentrum des Haarfollikels. Der Wirkstoff macht das einzelne Haar nicht direkt saugfähiger. Die Kette ist eine andere, und sie hat zwei Glieder:
- Die Faser gewinnt an Substanz. Haare, die unter besseren Bedingungen nachwachsen, sind kräftiger angelegt. Mehr Keratinmasse pro Haar bedeutet mehr Volumen, in dem Wasser gebunden werden kann.
- Die Struktur wird dichter. Wenn weniger Haare vorzeitig in die Ruhephase wechseln, stehen mehr Haare gleichzeitig auf dem Kopf. Zwanzig Prozent mehr Haar heißt beim Waschen auch rund zwanzig Prozent mehr Wasser, das wieder heraus muss.
Dazu kommt die Rezeptur drumherum. Shampoo, Conditioner und Maske sind darauf ausgelegt, die Schuppenschicht zu glätten und zu schließen. Ein geglättetes Haar sieht nicht nur glänzender aus, es hält die aufgenommene Feuchtigkeit auch länger im Inneren.
Der Alltagstest: woran Du es erkennst
Wenn die längere Trockenzeit aus einem gesünderen Haar kommt, ändert sich nicht nur die Uhrzeit am Föhn. Es kommt praktisch immer zusammen mit:
- Haar, das sich nass schwerer anfühlt und sich beim Kämmen elastisch dehnt statt zu reißen
- mehr Glanz im trockenen Zustand, weil die Schuppenschicht das Licht gleichmäßig zurückwirft
- weniger fliegenden Haaren und weniger Spliss an den Spitzen
- einem insgesamt volleren Ansatz
Wann eine lange Trockenzeit kein gutes Zeichen ist
Ehrlichkeitshalber: Nicht jede längere Trockenzeit hat mit gesünderem Haar zu tun. Es gibt drei Fälle, in denen etwas anderes dahintersteckt.
- Produktrückstände. Silikone und schwere Öle aus anderen Produkten legen einen Film um das Haar, der Wasser einschließt. Das Haar wirkt dann schnell strähnig und beschwert. Alle ONNI Produkte sind frei von Silikonen.
- Conditioner auf der Kopfhaut. Pflege gehört in die Längen, nicht an den Ansatz. Am Ansatz beschwert sie das Haar und der Ansatz braucht länger.
- Sehr hartes Wasser. Kalkablagerungen legen sich um die Faser. Hier hilft eine gelegentliche Tiefenreinigung.
Wenn sich das Haar dabei stumpf, klebrig oder schwer anfühlt, liegt es an einem dieser Punkte und nicht an einer verbesserten Haarstruktur.
Was Du beim Trocknen tun kannst
- Ausdrücken statt rubbeln. Nasses Haar ist im Aufbau am empfindlichsten. Wasser sanft ausdrücken und das Handtuch nur andrücken, nicht reiben.
- Mikrofaser oder Baumwoll-T-Shirt. Beide nehmen Wasser auf, ohne die Schuppenschicht aufzurauen wie ein grobes Frottiertuch.
- Zehn Minuten Vortrocknen an der Luft. Danach föhnen. Das spart einen guten Teil der Hitzezeit.
- Hitzeschutz vor jedem Föhn. Der ONNI Heat Protector schützt bis 230 °C und verhindert genau die Schäden, die die Schuppenschicht wieder öffnen würden.
- Mittlere Stufe, mit dem Haarstrich. Der Luftstrom sollte von oben nach unten laufen, so bleibt die Schuppenschicht flach anliegend.
Häufige Fragen
Wie viel länger dauert das Trocknen ungefähr?
Das hängt von Ausgangslänge, Dichte und Methode ab. Wer eine Veränderung bemerkt, spricht meist von einigen Minuten, nicht von einer anderen Größenordnung.
Muss ich deshalb länger föhnen und schade ich dem Haar damit?
Nicht zwangsläufig. Mit Vortrocknen an der Luft, Hitzeschutz und mittlerer Stufe bleibt die Hitzezeit gleich, auch wenn das Haar insgesamt mehr Wasser hält.
Ist das ein Zeichen dafür, dass die Produkte wirken?
Es ist ein Hinweis, kein Beweis. Aussagekräftig wird es zusammen mit den anderen Punkten: mehr Glanz, mehr Elastizität, weniger Spliss, vollerer Ansatz.
Gilt das auch für die SENSITIVE Serie?
Ja. Der Unterschied der SENSITIVE Rezeptur liegt im Verzicht auf Duftstoffe und ätherische Öle, nicht in der Pflegewirkung auf die Faser.
Mein Haar trocknet weiterhin sehr schnell. Ist das schlimm?
Nein. Trockenzeit ist stark von Haartyp, Länge und Dicke abhängig. Feines Haar trocknet naturgemäß schnell, auch wenn es kerngesund ist.
Die Basis für eine geschlossene Schuppenschicht
Shampoo und Conditioner als tägliche Pflege, das Serum für die Haarwurzel.


